Prof. Dr. Stephan Michael Schröder

HS Die moderne Welt auf der Bühne: Nordeuropäische Dramatik 1877-1912
(Wintersemester 2013/14)

Mo 17:45 Uhr-19:15 Uhr
Philosophikum S 57


Universität zu Köln
letzte Aktualisierung: 16.10.2013, 16:47

Auch wenn das Theater gegen Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr als hegemoniale Form von Öffentlichkeit betrachtet werden kann, ist es doch immer noch ein zentrales Forum, auf dem Problemstellungen und Ausdrucksformen der Moderne inszeniert werden. Autoren wie Ibsen und Strindberg revolutionieren in diesen Jahren bekanntermaßen das Drama, aber auch heute weniger bekannten Dramenautoren wie Anne Charlotte Leffler, Henri Nathansen oder Sven Lange soll in diesem Hauptseminar theater- wie dramengeschichtliche Aufmerksamkeit gewidmet werden. 

Teilnahmevoraussetzungen:
Abschluss aller Basismodule außer BA 5a/b - entsprechend wird eine gute Lesefähigkeit in den festlandskandinavischen Sprachen vorausgesetzt.
Ein Leistungsnachweis erfolgt für Bachelor- und Masterstudierende durch aktive Teilnahme, die Lektüre der obligatorischen Texte sowie die Übernahme eines Referats/eines Essays. Alle schriftlichen Einreichungen sind mit einer Versicherung an Eides Statt zu versehen, daß  alle Zitate und indirekten Übernahmen kenntlich gemacht worden sind. Essays sind bis zum Sonnabend 24:00 Uhr über ILIAS an die anderen Kursteilnehmenden zu verschicken.

Die Dramenauswahl ist so getroffen worden, daß vier Dramen für den ganzen Kurs verbindlich sind, während vier weitere Dramen auf fünf Lektüregruppen verteilt werden, so daß jede/r insgesamt fünf Dramen zu lesen hat. Deutsche Übersetzungen, wo vorhanden, dürfen supplementär herangezogen werden; im Seminar wird jedoch einzig mit Originaltexten gearbeitet. Falls der Eindruck entstehen sollte, die Texte seien nicht gelesen worden, wird die Lektüre mit Hilfe eines Tests überprüft werden, dessen Ergebnis in die Kursnote eingeht.



Vorläufiger (!) Sitzungsplan:

Datum Thema Kurzreferat [KR]/Essay als Experte [E]
Lektüre zur jeweiligen Sitzung (im Reader oder als Einzeltext)
14.10.2013 Vorbesprechung; Dramengeschichte vs. Theatergeschichte; Referatvergabe –––  –––

Die Dramatik des sog. Modernen Durchbruchs

21.10.2013 Bjørnstjerne Bjørnson: En hanske (1883) KR: Der sog. Moderne Durchbruch und der Durchbruch der Moderne in Skandinavien [Sonja Klein] En hanske: Dramenlektüre für alle
28.10.2013 Die Sitzung fällt wegen eines Gastvortrages in Madison aus, wird jedoch am 2.12.2013 nachgeholt (s.u.)
04.11.2013 Fortsetzung En hanske

E: Henrik Ibsen: Samfundets støtter (1877) [Maike Zum Hoff]
E: Bjørnstjerne Bjørnson: Over ævne (I) (1883)
KR: Die skandinavische Sittlichkeitsfehde [Alina Wehrmeister/Nicola Winkelbauer]
KR: Theatergeschichte Dk/N/S 1880-1910 [Christiane Rieger]
En hanske: Dramenlektüre für alle
11.11.2013 Anne Charlotte Leffler/Sonja Kovalevsky: Kampen för lyckan/Hur det kunde varit (1887)
––– Kampen för lyckan/Hur det kunde varit: Gruppe A
Zusätzliche Lektüre für alle:
Müller-Wille, Klaus: "Realismus/Naturalismus". In: Peter W. Marx (Jh.): Handbuch Drama. Theorie, Analyse, Geschichte. Stuttgart u. Weimar, Metzler, 2012, 272-283.
18.11.2013 Henri Nathansen: Indenfor Murene (1912) KR: Die jüdische Geschichte Dänemarks bis 1912 [Manuel Sterk] Indenfor Murene: Gruppe B
25.11.2013 Die Sitzung fällt wegen einer Gastvorlesung in Wien aus, wird jedoch am 9.12.2013 nachgeholt (s.u.)

Dramatische Innovationen auf der Bühne der Moderne

02.12.2013 Henrik Ibsen: Rosmersholm (1886) E: Henrik Ibsens dramatisches Werk ab 1877 [John Thorweihe]
E: Freuds Deutung von Rosmersholm (1916) [Max Richter]
Rosmersholm: Dramenlektüre für alle
Zusätzliche Lektüre für alle:
Szondi, Peter: Theorie des modernen Dramas (1880-1950). Ffm: Suhrkamp, 1965 (= es; 27), 14-31.
02.12.2013
19:30-21:00
S 58
Filmvorführung mit Diskussion:
Vildanden
(N, Tancred Ibsen, 1963 - Filmdauer: 100 min)
––– –––
09.12.2013 August Strindberg: Fröken Julie (1888) E: Zum Problem eines 'Naturalismus' in Skandinavien [Lea März/Susanne Psyk] Fröken Julie: Dramenlektüre für alle (inkl. Vorrede)
09.12.2013
19:30-21:00
S 58
Filmvorführung mit Diskussion:
Fröken Julie
(S, Alf Sjöberg, 1951 - Filmdauer: 86 min)
–––
16.12.2013 August Strindberg: Till Damaskus (I) (1898) KR: Die Rezeption Strindbergs im deutschen Expressionismus [Julia König/Anne Wiemers] Till Damaskus: Dramenlektüre für alle
Zusätzliche Lektüre für alle:
Fischer-Lichte, Erika: Geschichte des Dramas.  Bd. 2: Von der Romantik bis zur Gegenwart. 2., überarb. Aufl. Tübingen u. Basel: Francke, 1999, 135-146.
Szondi, Peter: Theorie des modernen Dramas (1880-1950). Ffm: Suhrkamp, 1965 (= es; 27), 40-57.
13.01.2014 Fortsetzung Till Damaskus (I)
August Strindberg: Spöksonaten (1907)
KR: Zur Konzeption eines 'intimen Theaters' [Alison Kleine/Alice Laforce]
E: Dürrenmatt: Play Strindberg (1969) [Claudia Konkel]
Till Damaskus: Dramenlektüre für alle
Spöksonaten: Gruppe C
Zusätzliche Lektüre für alle:
Strindberg, August: "Memorandum till medlemmarne av Intima Teatern från regissören" (1908). Aus: Ders.: Teater och Intima Teatern (= SV; 64), hg. v. Per Stam. Sthlm: Stockholms universitet, 1999, 5-41.

(Neue) Medien und Öffentlichkeit

20.01.2014 August Strindberg: Ett drömspel (1901) KR: Strindberg und optische Medien [Stefanie Weyer/Silja Woltmann]
Rezensionen zu:
– Erik Østerud (Hg.): Den optiske fordring (1997)
– Peter Larsen: Ibsen og fotografene (2013)
Ett drömspel: Gruppe D
27.01.2014 Sven Lange: Samson og Dalila (1909)
Otto Rung: Drehbuch zu Djævlesonaten (1910)
KR: Aufführungsgeschichte und Inszenierungstradition in Skandinavien 1870-1910 [Jan Junglas/Pasqual Siegel]
E: Zum Begriff der Öffentlichkeit [Timo Glindemann]
Samson og Dalila: Gruppe E
Djævlesonaten: Drehbuchlektüre für alle (nicht im Reader, wird später nachgereicht)
Zusätzliche Lektüre für alle:
Marker, Fredrick J. u. Lise Lone: A history of Scandinavian theatre. Cambridge u.a.: Cambridge UP, 1996, 162-223.
03.02.2014 Schlußdiskussion; Evaluation; Reserve ––– –––

Ausgewählte Literaturhinweise

Allgemein zur Theaterwissenschaft und Theaterhistoriographie:
Einführend zur (skandinavischen) Theater-, Literatur- und Diskursgeschichte im sog. Durchbruch der Moderne:

Nützliche Hilfsmittel: