zum Inhalt springen

Aktuelle Projekte (in alphabetischer Reihenfolge):

  • An­na­les Ry­en­ses – Rydårbo­gen. Die Trans­mis­si­on und Über­set­zung eines mit­tel­al­ter­li­chen An­na­len­wer­kes (Ar­beits­ti­tel)
    (Anja Ute Blode, M.A.) 
    Das Promotionsvorhaben leistet einen Beitrag zur Diskussion um interkulturelle Vernetzungen beim Transfer von Texten und Handschriften im nordeuropäischen Mittelalter. Das Textkorpus besteht aus den vier Handschriften der Annales Ryenses/Rydårbøger. Die inhaltlichen und formalen Unterschiede der Handschriften werden untersucht und neue Handschriftenbeschreibungen angefertigt, sowie die Abhängigkeitsverhältnisse der Handschriften untereinander geklärt. Zudem werden die Überlieferungskontexte und die Rezeption der Annalen im In- und Ausland betrachtet. Neben der Material Philology werden vor allem die Polysystemtheorie und der Kulturtransfer herangezogen.
     
  • Deutsche Kinderbücher auf Finnisch – Übersetzungen im Prozess der Etablierung des Finnischen als Literatur- und Kultursprache
    (Prof. Dr. Marja Järventausta)
    Die Entwicklung des Finnischen zu einer Literatur- und Kultursprache vollzog sich in der zweiten Hälfe des 19. Jahrhunderts. Literarische Übersetzungen haben in diesem Prozess einen wichtigen Beitrag zur Herausbildung und Etablierung der standardsprachlichen Norm beigetragen, indem sie die in der einschlägigen Literatur ausdiskutierten Regeln in die Praxis umsetzten. Den Gegenstand dieses Projekts bilden finnische Übersetzungen deutscher Kinderbücher, die in mehreren Auflagen und/oder in Neuübersetzungen erschienen sind. Im Fokus des Interesses stehen nicht die Übersetzungen an sich, sondern die in ihnen verwendeten sprachlichen Formen. Anhand der Übersetzungsvergleiche soll die Entwicklung und Etablierung der schriftsprachlichen Normen sichtbar gemacht werden.
     
  • Fan mail to Danish film stars in the 1910s: Exploring the agency and practices of early film fans
    (Prof. Dr. Stephan Michael Schröder)
    The project investigates the emergence of film fans in the 1910s as well as the establishment and formation of early film fan practices. Instead of relying on third-party accounts about film fans, as has been done in research so far, the investigation makes use of two newly discovered, extensive collections of fan letters from the 1910s. This globally unique source material not only makes it possible to reconstruct the agency and practices of early film fans and their sociological, cultural, gender and age diversity. At the same time, the difference to the media representation of ›the‹ fan and his/her fandom provides insights into the functionalization of the discourse on fans and fandom in the respective cultural, social and media-historical context.
    Four subprojects will analyze (1) who the letter writers were as social and cultural agents, (2) how the writing of fan letters was constituted as a practice in the 1910s and how it changed, as well as which discursive strategies and discourse regulations the letters exhibit, (3) what kind of fan practices and self-constructions of ›fan‹ and ›fandom‹ are recognizable in the letters and how these relate to the contemporaneous and later mass media constructions, (4) what the fan perspective can contribute theoretically and specifically to the historiography of a New Cinema History and to a reception history with a globalized outlook.
    The application has been submitted to the DFG (German Research Foundation).
     
  • En fælles filmkultur? Danmark og Tyskland i stumfilmperioden 1910–1930/A Shared Film Culture? Denmark and Germany in the Silent Period, 1910–1930
    (Prof. Dr. Stephan Michael Schröder in Zusammenarbeit mit dänischen Kolleg:innen von der Universität Kopenhagen und dem Dänischen Filminstitut)
    Asta Nielsen is still remembered as the great Danish diva of the silent era. But it is often overlooked that only four of the more than 70 films she appeared in were produced in Denmark; the rest were produced in Germany. Along with more than 30 other leading Danish film people, including Carl Th. Dreyer, Benjamin Christensen, and Urban Gad, Nielsen played an important role in establishing and constructing film culture in Germany. There was traffic in the other direction as well: a number of German film people, particularly screenwriters, put their mark on the Danish cinema. But how can we account for the significance of the cultural exchange between two of the most important film-making nations in Europe during the 1910–1930 period? That is the main research question this project seeks to answer. The main working hypothesis we derive from it is that the flowering of Danish cinema in the 1910s and of German cinema in the 1920s is better explained through this cross-pollination than from a purely national perspective and that we can therefore speak of a common film culture.
    The project is financed by Danish foundations from 2019 until 2022. 
    Homepage of the project: https://www.dfi.dk/node/47288
     
  • Geschichte deutschsprachiger Lehrwerke für Finnisch als Fremdsprache (FaF)
    (Prof. Dr. Marja Järventausta)
    Die ersten deutschsprachigen Lehrbücher für FaF sind Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts in Verlagsreihen für moderne Fremdsprachen erschienen. In diesem Projekt sollen deutschsprachige Lehrbücher und Grammatiken für FaF bis Mitte des 20. Jahrhunderts systematisch erschlossen und bibliographisch erfasst werden. Durch eingehende Analysen auf der grammatischen, lexikalischen und textthematischen Ebene soll ermittelt werden, welches Quellenmaterial bei der Konzipierung der jeweiligen Lehrwerke verwendet wurde und welche Schwerpunkte bei der Auswahl des Lerngegenstands gesetzt wurden (z.B. welcher Wortschatz, welche grammatischen Kategorien, welche thematischen Schwerpunkte usw.). Das Ziel ist, einen Beitrag zu der noch kaum untersuchten Geschichte des FaF-Unterrichts außerhalb Finnlands zu leisten.
     
  • Gestandene Männer – geschriebene Männer? Intersektionalitätsforschung und men’s studies in der Altnordistik. Narrative Männlichkeitsentwürfe in der altnordischen Literatur (Arbeitstitel, Habilitationsprojekt)
    (Dr. Elena Brandenburg)
    Obgleich die Männlichkeitsforschung (men’s studies) einen mittlerweile fest etablierten Bereich der Geschlechterforschung darstellt und eine breite Schnittstelle für literaturwissenschaftliche soziologische, psychologische, historische, und medizinische Perspektiven bietet (Horlacher et al. 2016), scheint sich die Mediävistik noch eher in einem gender-orientierten feministischen Diskurs zu bewegen – aus nachvollziehbaren Gründen, ist doch die Exklusion der weiblichen Akteure ein konstitutiver gattungstypologischer Zug einiger Genres des europäischen Mittelalters, u.a. in den französischen chansons de geste (Gaunt 1995). Doch auch die vielfältigen Konstruktionen der Männlichkeit, die in der Literatur des (nordischen) Mittelalters produziert wurden, sind als Verflechtungen gattungstypologischer Vorgaben und fluider narrativer Prozesse zu begreifen. Mithilfe der Ansätze aus der Intersektionalitätsforschung sollen diejenigen Männlichkeitsentwürfe identifiziert werden, welche jene Marginalisierungstechniken und Machtstrukturen in den narrativen Sinngebungsprozessen des Mittelalters offenbaren. Die Transformationen und Instabilitäten in der Identitätszuschreibung dieser Männlichkeiten sollen die historische Perspektive der men’s studies erweitern.
     
  • Zur Kulturgeschichte des frühen Automobilismus in Dänemark 
    (Prof. Dr. Stephan Michael Schröder)
    Kaum eine Entwicklung hat die Gesellschaften und die Kultur des 20. Jh.s so geprägt wie der Siegeszug des Automobilismus. Dabei wird gerne vergessen, dass das Auto zunächst auf erheblichen Widerstand stieß – besonders in Dänemark, wo man von Seiten der staatlichen Autoritäten dem Auto geradezu feindlich gegenüberstand. In einer Geschichtsschreibung, die von Jubiläumsschriften von Automobilklubs u.Ä. beherrscht wird, werden diese kritischen Diskurse als evolutionäre Verirrung gegeißelt, doch ging es bei dem Konflikt zwischen Vertretern des Automobilismus und dessen Gegnern um die Frage, wie die Moderne ausgestaltet werden sollte. Der durch die fortschreitende Digitalisierung erleichterte Zugriff auf zeitgenössische Zeitungsdiskussionen, die Reichstagsdiskussionen im Kontext der ersten Autogesetze, die Auswertung der Fachpresse und die Heranziehung von literarischen und filmischen Reflexionen der Praxis des Autofahrens erlauben es, auch die kritischen Diskurse der Automobilismusgegner zu befragen und auf die heutige Debatte über die Zukunft des Automobilismus zu beziehen.
     
  • Text-Sound Komposition in Schweden in den 1960ern und 1970ern
    (Karolin Pohle, M.A.)
    Ziel des Projekts ist es, die intermediale Kunstform der Text-Sound Komposition interdisziplinär, also sowohl literatur- als auch musikwissenschaftlich im Kontext der Avantgarde zu untersuchen. Der Korpus umfasst die Werke der fünf Hauptvertreter Sten Hanson, Åke Hodell, Bengt Emil Johnson, Lars-Gunnar Bodin und Ilmar Laaban. Neben den realisierten Text-Sound Kompositionen sollen auch die Ausgangstexte herangezogen werden.
     
  • Die Weltkriege des 20. Jahrhunderts in der Literatur Schwedens und Finnlands
    (Dörthe Horstschäfer, M.A.)
    "Kriegsliteratur" ist in Finnland ein fester Genrebegriff, während ein Äquivalent im Nachbarland Schweden nicht existiert. Die historisch-politischen Voraussetzungen der beiden Länder lassen dies zunächst naheliegend erschienen. Doch handelt es sich hier um eine Frage der Existenz oder doch eher eine Frage der Terminologie? Manifeste Darstellungen der Kriege des 20. Jahrhunderts und ihrer Folgen, insbesondere in der Literatur ab den 1970er Jahren stellen die Grundlage der Untersuchung dar. Durch einen supranationalen Blickwinkel sollen vor allem die Gemeinsamkeiten finnischer, schwedischer und finnlandschwedischer Bellografie herausgestellt werden, die über die nationalen Kriegsnarrative der jeweiligen Länder hinaus auf allgemein ästhetische Kategorien verweisen. Mithilfe von erinnerungskulturellen Ansätzen, die auch auf Strategien des Vergessens und Verdrängens eingehen und anhand von spezifischen Repräsentationsformen, wie z.B der Fotografie, wird die Frage zu beantworten sein, inwiefern sich Kriegserinnern und Kriegsbeschreiben durch ähnliche Narrativierungsformen und -techniken vor allem in jüngerer Zeit in ein globales Erinnern einschreiben.